Wegen mehrerer bedeutender Sonderausstellungen beispielsweise zu Textilien oder Möbeln wie "Der Goldene Faden" oder "Pure Form" konnte das Museum für Ostasiatische Kunst in den vergangenen zwei Jahren weite Teile seiner Sammlung alter Kunst nicht präsentieren. Nun kehren zahlreiche Meisterwerke aus China, Japan und Korea aus dem Depot zurück. Zum 150. Geburtstag des Museumsgründers Adolf Fischer zeigt das Museum vom 20. Mai 2006 bis 7. Januar 2007 eine Ausstellung von Objekten aus dem eigenen Bestand. Sie macht deutlich, dass die von Fischer erworbenen Kunstschätze auch heute noch den wesentlichen Grundstock der Sammlungen bilden.
Einige seiner herausragenden Ausstellungsstücke verdankt das Museum dem glücklichen Zufall gepaart mit dem Kennerblick seiner Mitarbeiter. So legte der ehemalige Restaurator der Stadt Köln, Eugen Rantz, im Jahr 1961 bei der Reinigung einer unscheinbaren Schatulle unter der verkrusteten, dunkelbraunen Schmutzschicht ein leuchtendes Perlmutteinlagedekor mit zahlreichen Glück verheißenden Motiven auf dem Schwarzlackgrund frei. Die Schatulle entpuppte sich als koreanisches Hochzeitsgeschenkkästchen aus dem frühen 15. Jahrhundert. Es enthielt u.a. Hornmehl von Rhinozerossen, das dem Glauben nach das Paar bei seinem Kinderwunsch unterstützen sollte. Das kostbare Stück kann nun wieder im Museum bewundert werden.
Eine weitere, eher zufällige Entdeckung ist auch Jizo, eine 76,6 cm hohe buddhistische Kultfigur des Bodhisattva Ksitigarbha in Mönchsgestalt. 1911 brachte das Gründerpaar des Museums, Adolf und Frieda Fischer, die aus Holz geschnitzte Figur von Japan nach Deutschland. Als ihr 1983 im Rahmen von Restaurierungsarbeiten der Kopf abgenommen wurde, entpuppte sich die Figur im wahrsten Sinne des Wortes als Schatztruhe: Schriftrolle über Schriftrolle mit heiligen Texten, Holz- und Bronzefigürchen sowie Votivdrucke und eine Weiheinschrift fand die erstaunte Restauratorin im Inneren. Buddhistische Kultfiguren erhielten durch derartige Weihegaben eine Seele, die ihnen überhaupt erst kultische Wirkkraft verlieh. Anhand der Schriftrollen ließ sich der "Kölner" Jizo präzise auf den 11. Monat des Jahres 1249 datieren. Damit besitzt das Museum das früheste datierte Werk des bekannten japanischen Bildhauers buddhistischer Kultfiguren namens Kôen (1207 –1275).
Jizo, der Erlöser "im buddhalosen Zeitalter" und Seelenbegleiter der Verstor¬benen in die Unterwelt, ist bis heute für die Japaner einer der beliebtesten Nothelfer.
Das koreanische Hochzeitskästchen und die Figur des Buddhistischen Jizo sind nur zwei Beispiele ostasiatischer Kunst von Weltrang, die sich im Besitz des am Aachener Weiher gelegenen Museums befinden und bis 7. Januar 2007 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Darüber hinaus ist die Ausstellung eine Hommage an den Gründer Adolf Fischer. Seine bedeutende Sammlung hat den Grundstein für die weltweit hohe Anerkennung des ersten Museums für Ostasiatische Kunst in Europa gelegt.
Seine führende Rolle als Spezialmuseum für die Kunst Ostasiens wird das Kölner Haus auch in 2007 wieder unter Beweis stellen: Vom 27. Januar bis zum 22. April 2007 zeigt das Museum "Schätze der Liao: Chinas vergessene Nomadendynastie (907 – 1125)". Die Ausstellung wird von der Asia Society New York übernommen. Sie ist in Europa nur in Köln und danach im Rietberg Museum Zürich zu sehen sein.